Die Umgebung

Cefalù:

Antiken, vorhellenistischen Ursprungs wurde Kephaloìdion, deren Stadtgeschichte im fünften vorchristlichen Jahrhundert begann, im Jahre 254 vor Christus römisch.
Es folgten die byzantinische Periode und, nach zwei vernichtenden Belagerungen im 9. Jahrhundert, die arabische Besetzung.
Im Jahre 1063 begann, mit der Eroberung durch den Normannen Ruggero von Altavilla, eine neue Epoche großer künstlerischer Fruchtbarkeit und wirtschaftlicher Perspektiven.
Heute ist der zunehmende Tourismus eine wichtige Erwerbsquelle für Cefalùs rund 14.000 Einwohner. Die örtliche Wirtschaft basiert auf der Landwirtschaft, dem Handwerk, der Fischerei, der Lebensmittelindustrie, der Holzverarbeitung und der Produktion von Baumaterialien.

Cefalù Cefalù Cefalù La Cattedrale di Cefalù

Die Kathedrale:

Begründet im Jahre 1131 beherrscht der eindrucksvolle dreischiffige Bau von Cefalùs Kathedrale den Hauptplatz des Städtchens. Über dem terrassenförmigen, von einem Gitter umschlossenen Kirchplatz aufragend, enthält die im Jahre 1240 geschaffene Fassade auch einen dreibogigen Portikus aus dem 15. Jahrhundert, über dem sich eine Reihe kleiner Loggien befindet, eingerahmt von zwei eindrucksvollen Türmen, die durch ihre ein- und zweibogigen Fenster besonders wertvoll sind.

                                                      

Der Naturpark des Madoniegebirges:

Er erhebt sich hinter uns und ist ideal für Kulturausflüge in seine kleinen Dörfer sowie Wanderungen in freier Natur durch hoch gelegene Buchenwälder. Es genügt sicherlich nicht, nur die Eigenheiten des Gebietes der Madonie zu beschreiben, um zu verstehen, weshalb dieser Naturpark im November des Jahres 1989 gegründet wurde.

Viel besser ist es, ihn zu besuchen! Die Antworten liegen in seiner Einzigartigkeit: in den Bergzügen mit ihren verschiedenartigen und ausgeprägten Formen, den frischen und klaren Quellwassern, den seltenen und bisweilen einzigartigen Pflanzen, den zarten Flügeln der Schmetterlinge, den Schätzen der Architektur – zahllos in den Wohngebieten, aber auch unerwartet im offenen Gelände und den Wäldern auftauchend.

Die Antworten liegen auch in der kulturellen Identität seiner Gemeinschaften: der vornehmen Herkunft der Völker, die hier aufeinander folgten, der Arbeit im bäuerlichen Rhythmus, den Mühen der Schäfer und den geschickten und unermüdlichen Händen der Handwerker.

Die Straßen der Keramik:

Diese Initiative wird vom Tourismusverein der Provinz Palermo gefördert und realisiert, ist einmalig in seiner Art in Sizilien und erstreckt sich über ein weites Gebiet. Sie hat nicht nur die Aufgabe eines kulturellen Anreizes sondern beabsichtigt zudem, die typischen Herstellungsweisen dieses Gebietes aufzuwerten, zu schützen und wieder zu beleben. In den kommenden Monaten werden die Wege mit 17 erklärenden Schildern in Plexiglas ausgestattet, und es werden erläuternde Prospekte zur Verfügung stehen.
Es handelt sich um Spuren blühender Tätigkeiten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ganze Familien mit der Herstellung wertvoller Manufakturen beschäftigte und die sich heute, in vielen Fällen, in einem Zustand der Verwahrlosung befinden: Steinbrüche, Brennereien und verschiedenste Produktionsstätten. Die Produkte hat man wiedergefunden, untersucht, nach Typen und Erhaltungsgrad katalogisiert und sodann in einen interessanten historisch – künstlerischen Reiseweg eingetragen, der sieben Gemeinden des Madoniegebietes umfasst.
Castelbuono – Verkachelung der Fialen (Türmchen auf den Strebepfeilern gotischer Kirchen) der Kirche „Chiesa del Crocifisso", die sich am Corso Umberto befindet. Es ist eine typische Form aus dem Neapel des 18. Jahrhunderts mit Ziegeln, die mit Majolika im Schuppenmuster bedeckt sind (von denen leider viele fehlen). Castelbuonos Brennofen, im Ortsteil Cocozzone, war bis zum Jahre 1960 in Betrieb.

Collesano – Im Stadtteil San Francesco befindet sich das Werk für die Keramikproduktion. Es besteht aus Brennöfen, Öfchen für die Zubereitung der Oxyde, eine Mühle, Drehbänken und Räumen für das Klopfen des Lehms und die Trocknung. Diese wahrscheinlich aus dem späten 16. Jahrhundert stammende Anlage gehört zu einem gemeindlichen Wiederinstandsetzungsprogramm. Die Kirche Santa Maria La Vecchia an der Piazza Castello hat eine recht gut erhaltene, mit keilförmigen Kacheln bedeckte, kegelförmige Fiale vom Ende des 17. Jahrhunderts. Diese am Ort gefertigten Kacheln bilden einfarbige weiße, braune, hell- und dunkelblaue sowie gelbe Karos.

Gangi – Zwei Kirchen haben interessante, kachelbedeckte Fialen vom Anfang des 18. Jahrhunderts: SS. Salvatore in der gleichnamigen Straße und San Cataldo in der Via G.F. Vitale. Die Herstellung war wahrscheinlich örtlich und der Erhaltungsgrad der rautenförmigen Ziegel, die ein komplexes, geometrisches Schmuckmuster darstellen, ist gut.

Geraci Siculo – Auch hier die gekachelten Fialen der beiden Kirchen, Santo Stefano in der gleichnamigen Straße, und Santa Maria Maggiore an der Piazza Matrice. In den Jahren zwischen 1600 und 1700 in geometrischem Muster errichtet, sind auch sie gut erhalten.

Petralia Soprana – Die Fialen der Kirche Santa Maria di Loreto, am gleichnamigen Platz gelegen, sind von besonderen Farben, bei denen Goldgelb und ein intensives Blau hervorstechen. Die in Collesano hergestellten, keilförmigen Kacheln stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. In Via Fonderia, nahe der Piazza San Michele, befindet sich eine wertvolle Kachel, die eine Monstranz darstellt und im Stadtteil Porta Seri schließlich noch eine völlig heruntergekommene, ehemalige Ziegelbrennerei.

Polizzi Generosa – Hier finden wir Fußböden in den Kirchen Santa Maria dell'Udienza und Chiesa della Badia Vecchia (an Platz und Straße gleichen Namens). Ersterer besteht aus zwanzig Ziegeln, die ein geometrisches Muster darstellt, in dessen Mitte sich Lilien befinden. Es handelt sich um eine Darstellung vom Beginn des 18. Jahrhunderts aus Collesano in den Farben weiß, grün und gelb. Der zweite ist ein typisches Beispiel trapezförmiger, wechselnd schwarz-weißer Bodenverlegung, aus Castelbuono stammend und mehrfach erneuert und modifiziert. Vollständig und sehr gut erhalten präsentiert sich die Brennerei im Stadtviertel Saprone.

San Mauro Castelverde – Hier findet sich in der Kirche des San Mauro, im Corso Umberto, ein wertvolle Majolikaarbeit. Die halbkreisförmige Fiale aus der Mitte des 7. Jahrhunderts ist mit keilförmigen Kacheln geschmückt, die diagonal in einfarbigen Parallelen angeordnet sind; ein weiß - schwarz - weiß - grün und goldgelbes Mosaik in einigermaßen gutem Erhaltungszustand. Zwei Keramikpaneele mit heiligen Themen entlang der Route der Kreuzwegprozessionen stammen vom Ende des 8. Jahrhunderts (ab 1950 wurden sie von den Keramikmeistern aus Santo Stefano di Camastra wieder hergestellt).